Panoramafreiheit

Was darf ich von der Straße aus fotografieren?

 

Der Begriff „Panoramafreiheit“ beschreibt die Zulässigkeit öffentliche Gebäude oder bspw. auch Skulpturen abzubilden, solange dies von einem öffentlichen Platz aus geschieht. Die „Panoramafreiheit“ ist gesetzlich in § 59 Abs.1 S.1 UrhG geregelt. Danach ist es zulässig, Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, mit Mitteln der Malerei oder Grafik, durch Lichtbild oder durch Film zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben.

Die Panoramafreiheit erlaubt mithin, Werke an öffentlichen Plätzen wiederzugeben, sofern insbesondere zwei Voraussetzungen erfüllt sind:

Zunächst müssen sich die Werke „bleibend“ an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden. Grundsätzlich ist ein Werk dann bleibend, wenn es sich ohne Befristung und für die materialbedingte Lebensdauer an einem öffentlichen Platz befindet. Damit ist ein Haus ebenso bleibend, wie eine Malerei auf dem Straßenpflaster, die im Laufe von Tagen, Wochen oder Monaten durch Regen und sonstige Nutzung des Pflasters wieder verschwindet. Ein Werk ist wohl dann nicht mehr „bleibend", wenn sich bereits aus dem Zweck eine beschränkte Lebensdauer des Werkes ergibt. So hat der BGH im Fall des von Christo und Jean-Claude verhüllten Reichstags entschieden, dass sich ein Werk der bildenden Kunst dann nicht „bleibend“ an einem öffentlichen Ort befindet, wenn das Werk im Sinne einer zeitlich befristeten Ausstellung präsentiert wird, Urteil vom 24.01.2002, GRUR 2002, 605. In der dortigen Entscheidung wurde dem Betreiber einer Foto- und Bildagentur untersagt, Postkarten herzustellen und zu vertreiben, die den verhüllten Reichstag abbilden.

Zudem sind nur solche Abbildungen zulässig, die von öffentlichen Plätzen aus angefertigt wurde. Es ist verboten, sich etwaiger Hilfsmittel wie eines Fernglases, einer Leiter o.ä. zu bedienen. Damit können beispielsweise Denkmäler und Skulpturen im öffentlichen Raum ebenso abgebildet werden, wie beispielsweise im Privateigentum stehende Kunstgegenstände, die von der Straße aus zu sehen sind. Die Panoramafreiheit endet somit dort, wo in das Privateigentum eingedrungen wird, um eine Abbildung zu erstellen.

Die Panoramafreiheit ist eine Regelung des Deutschen Rechtes. Sollten Sie daher im Ausland Abbildungen erstellen und diese kommerziell nutzen, sollten Sie sich über die rechtliche Situation informieren. so kann Ihnen von anderer Seite Ärger drohen. Die Panoramafreiheit gilt beispielsweise nicht in Frankreich. So kam es bereits zu Rechtsstreitigkeiten: Die Beleuchtungsfirma hatte Ansprüche aus ihren Urheberrechten an der Beleuchtung des Eiffelturms geltend gemacht.

 

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